20.08.2021, 12:00 Uhr

Starkregen - Folge 08

Regengarten
Anja Seliger zeigt einen Regengarten auf den LfULG-Versuchsfeldern, in dem auch große Regenwassermengen gut zum Versickern gebracht werden können. 
© LfULG, Birgit Holthaus

Aus aktuellem Anlass geht es diesmal um Starkregen.

Von Starkregen spricht man, wenn innerhalb kurzer Zeit außergewöhnlich große Mengen an Niederschlag auftreten. Es kommt zu schnell ansteigenden Wasserständen, Überschwemmungen und auch Bodenerosionen oder Hangrutschungen.

Die Auswirkungen von vermehrten Starkregenereignissen in Folge des Klimawandels können insbesondere urbane Gebiete - bedingt durch den hohen Versiegelungsgrad - treffen.

Das erste Problem ist Staunässe: Wenn zu viel Regen (auf einmal) fällt, kann der Boden diesen nicht schnell genug aufnehmen, so dass besonders bei verdichteten, lehm- und tonhaltigen Böden (schweren Böden) Staunässe auftritt.

Wurzeln versorgen sich und die oberirdischen Pflanzenteile mit Wasser und Nährstoffen. Zur Nährstoffaufnahme benötigen sie Energie, die sie aus der Wurzelatmung gewinnen (sie nehmen also Sauerstoff aus dem Boden auf und geben Kohlendioxid in den Boden ab).

Staunässe führt aber zu Sauerstoffmangel im Boden, so dass es bei den Pflanzen zu Mangelerscheinungen kommt.

Die Pflanze ist dadurch geschwächt und wird noch zusätzlich von Krankheitserregern geschädigt, so dass beispielsweise die Wurzeln faulen. Pflanzen können nun weder mit Wasser noch mit Nährstoffen versorgt werden, was schließlich zum Absterben der Pflanze führen kann.

Leicht abfallende Beete oder Entwässerungsgräben sind denkbar oder eine Drainage: Es wird also Kies oder Sand oder Kompost in den Boden eingearbeitet, so dass der Boden durchlässiger wird.

Vorbeugende Massnahme: Der Boden sollte mit einer Hacke oberflächlich gelockert werden, dadurch wird er durchlüftet, trocknet schneller ab und verschlammt nicht.

War der Boden einmal starkem Regen ausgesetzt und trocknet dann ab, kann er sehr stark verkrusten und hart wie Beton werden. Auch hier ist eine Bodenlockerung durch Hacken bis ca. drei Zentimenter wichtig.

In diesem Jahr ist insbesondere die Krankheit Monilia, die als Spitzendürre oder Fruchtfäule an Kern- und Steinobst auftreten kann, sehr präsent. Auch die Tomatenernte fällt dieses Jahr teilweise sehr spärlich aus: an den Tomaten entsteht Kraut- und Braunfäule, Abhilfe schafft hier ein Regenschutz, z.B. ein Tomatentunnel.

Die Gartenbesitzer haben dieses Jahr mit vielen Schnecken zu kämpfen, vor allem die hungrigen Spanischen Nacktschnecken breiten sich stark aus. Man kann den Schnecken Verstecke und Schlafplätze, z.B. umgedrehte Blumentöpfe, anbieten, aus denen sie dann direkt abgesammelt werden können. Natürliche Feinde der Schnecken sind Igel oder Kröten, die große Weinbergschnecke frisst die Eier der Nacktschnecken auf.

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